Eröffnung der "Lebensplätze für Frauen" in Lochhausen
33 Apartments für wohnungslose Frauen

In München-Lochhausen startet ein neues Wohnangebot für ältere wohnungslose Frauen. Die "Lebensplätze für Frauen" ermöglichen dauerhaftes Wohnen und Selbstbestimmung.
Wohnungslosigkeit trifft Frauen oft anders als Männer und bleibt häufig lange unsichtbar. Besonders für ältere Frauen, die über Jahre ohne feste Unterkunft gelebt haben, ist der Weg zurück in ein eigenes Zuhause schwierig. In München-Lochhausen entsteht nun ein dauerhaftes Wohnangebot für diese Gruppe.
Am 18. Dezember übergab Werner Mürz, Geschäftsführer und Gründer der RESIDIA Gruppe, symbolisch die Schlüssel für die neue Einrichtung "Lebensplätze für Frauen" an die Diakonie München und Oberbayern. In dem barrierefrei umgebauten Haus werden künftig 33 ältere wohnungslose Frauen ein unbefristetes Zuhause finden, zwei Apartments sind rollstuhlgeeignet. Finanziert wird das Projekt vom Sozialreferat der Landeshauptstadt München.
Im Rahmen einer kleinen weihnachtlichen Feier überreichte Mürz einen Spendenscheck über 3.000 Euro für die Einrichtung. Zudem hatte das RESIDIA-Team für jede zukünftige Bewohnerin ein kleines Geschenk in Form einer flauschigen Wärmflasche vorbereitet.
Die Dritte Bürgermeisterin der Landeshauptstadt München, Verena Dietl, betonte: "Für ältere Frauen, die lange ohne eigene Wohnung leben mussten, ist der Weg zurück in ein stabiles Zuhause besonders schwer. Mit den bestehenden und den neuen ‚Lebensplätzen‘ erhalten sie die Chance auf dauerhafte Wohnungen."
Andrea Betz, Vorstandssprecherin der Diakonie München und Oberbayern, verwies auf die besonderen Belastungen wohnungsloser Frauen: "Wohnungslosigkeit ist oft verdeckt und geht mit einem erhöhten Risiko von Gewalt, Ausbeutung und psychischen Traumata einher. Die Lebensplätze bieten Sicherheit und ein dauerhaftes Zuhause."
Das Konzept folgt dem Housing-First-Ansatz: Die Frauen erhalten ein eigenes Zuhause ohne Vorbedingungen. Unterstützung steht zur Verfügung, ist jedoch freiwillig. Einrichtungsleiterin Melanie Dilg beschreibt den Ansatz als bewusst zurückhaltend: "Die meisten Frauen haben über viele Jahre der Wohnungslosigkeit ein verständliches Misstrauen gegenüber Institutionen entwickelt. Bei uns dürfen sie erst einmal ankommen, einfach sein und durchschnaufen."
Schon 2011 hatte die Diakonie mit den "Lebensplätzen für Frauen" am Lieberweg ein frühes Housing-First-Projekt in Deutschland verwirklicht, lange bevor der Begriff zum festen Bestandteil sozialpolitischer Debatten wurde.
Diakonie München und Oberbayern - Innere Mission München e.V.
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