"Frühkindliche Bildung darf nicht vom Einkommen der Eltern abhängen"
Drei Fragen an: Andrea Betz zur Kita-Finanzierung

Angesichts der angespannten Haushaltslage will die neue Koalition im Münchner Rathaus wieder Kita-Gebühren einführen. Das sei verständlich, argumentiert Diakonie-Vorstandssprecherin Andrea Betz. Sie nennt aber Bedingungen.
Frau Betz, die neue Koalition im Münchner Rathaus plant die kostenlose Kinderbetreuung abzuschaffen. Wie ist Ihre Einschätzung?
Andrea Betz: Die kostenlose Kinderbetreuung in den Münchner Kitas wurde in einer Zeit eingeführt, in der die Stadtkassen besser gefüllt waren als heute, das muss man ganz klar so sehen. Die Zeiten haben sich geändert. Mit Blick auf die angespannte Haushaltslage verstehen wir als Träger, dass die neue Koalition im Rathaus jetzt eine Wiedereinführung der Kita-Gebühren plant.
Worauf kommt es dabei an?
Andrea Betz: Für viele Familien ist das Leben im teuren München ohnehin oft ein finanzieller Spagat. Darum müssen die Lasten durch eine soziale Staffelung der Elternbeiträge fair verteilt werden. Familien mit schmalem Geldbeutel müssen weiterhin davon befreit sein. Frühkindliche Bildung darf nicht vom Einkommen der Eltern abhängen.
Was braucht es langfristig für eine gute Kita-Finanzierung?
Andrea Betz: Die Kita-Finanzierung ist generell komplex. Sie besteht aus öffentlichen Mitteln von Kommune, Land und Bund sowie in aller Regel auch aus Elternbeiträgen. Langfristig braucht es eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung, damit Qualität, genügend Plätze und gute Arbeitsbedingungen dauerhaft gesichert werden können. Nur so können wir als Träger dauerhaft gute Kitas anbieten.
Diakonie München und Oberbayern gGmbH
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