30 Jahre EpilepsieBeratung
Von einem Modellprojekt zur größten Anlaufstelle in Oberbayern

Rund 35.000 Menschen mit Epilepsie leben in Oberbayern. Seit 30 Jahren steht die EpilepsieBeratung der Diakonie München und Oberbayern Betroffenen und ihren Angehörigen mit fachlicher Beratung, Schulungen und konkreter Unterstützung zur Seite. Nun feierte die Einrichtung ihr Jubiläum.
Ein Kribbeln in der Hand, ein kurzer Aussetzer oder ein Krampfanfall mit Sturz – Epilepsie kann sich auf ganz unterschiedliche Weise äußern. Doch die Folgen der neurologischen Erkrankung reichen oft weit über den Anfall hinaus. Viele Betroffene kämpfen mit Einschränkungen im Beruf, bei der Mobilität oder im sozialen Leben. Nicht selten sind Betroffene zusätzlich mit Ängsten, Depressionen oder sozialer Isolation konfrontiert. In Oberbayern leben rund 35.000 Menschen mit Epilepsie.
Seit 30 Jahren unterstützt die EpilepsieBeratung der Diakonie München und Oberbayern Betroffene und ihre Angehörigen dabei, die Herausforderungen der Erkrankung zu bewältigen. Dieses Jubiläum wurde nun gemeinsam mit Wegbegleiter*innen, Fachleuten und Unterstützer*innen gefeiert.
Die Anfänge reichen zurück in die Mitte der 1990er Jahre. Damals wurde die EpilepsieBeratung München vom Bayerischen Sozialministerium zunächst als Modellprojekt gefördert. Nach erfolgreichem Abschluss entstanden in allen sieben Regierungsbezirken Bayerns vergleichbare Beratungsstellen. Bis heute verfügt Bayern damit über ein bundesweit nahezu einzigartiges Netz an spezialisierten Beratungsangeboten für Menschen mit Epilepsie.
Von Beginn an stand die Einrichtung unter der Trägerschaft der Diakonie München und Oberbayern. Damit knüpft sie an eine lange diakonische Tradition in der Begleitung und Unterstützung von Menschen mit Epilepsie an.
In den vergangenen 30 Jahren hat die EpilepsieBeratung zudem zahlreiche weitere Versorgungsangebote auf den Weg gebracht. Dazu zählen unter anderem das Betreute Wohnen für Erwachsene mit Epilepsie sowie das Netzwerk Epilepsie und Arbeit, das Betroffene bei der beruflichen Teilhabe unterstützt.
Besonders erfreut zeigt sich Einrichtungsleiter Peter Brodisch über die jüngste Entwicklung: die Gründung der Kinderneurologie-Hilfe. Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche nach einem Schädel-Hirn-Trauma sowie an deren Familien. Die Kinderneurologie-Hilfe arbeitet eng mit der Concussion-Klinik der Haunerschen Kinderklinik zusammen und bietet Beratung sowie Unterstützung in einer oftmals belastenden Lebenssituation.
Heute ist die EpilepsieBeratung eine wichtige Anlaufstelle für Betroffene, Angehörige und Fachkräfte. Jährlich nehmen rund 1.000 Menschen die individuelle Beratung in Anspruch. Hinzu kommen etwa 100 Gruppen- und Schulungsangebote mit rund 2.000 Teilnehmenden. Die Themen reichen von sozialrechtlichen Fragen über Beruf und Mobilität bis hin zu psychologischer Beratung und Unterstützung im Familienalltag.
Auch nach drei Jahrzehnten bleibt das Ziel unverändert: Menschen mit Epilepsie dabei zu unterstützen, ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu führen und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.
Diakonie München und Oberbayern gGmbH
Landshuter Allee 40
80637 München

