Kinder und Jugendliche auf der Flucht sind ihrem Schicksal hilflos ausgeliefert

Diakonie München und Oberbayern fordert eine humanitäre Flüchtlingspolitik


Diakonie-Vorständin Andrea Betz kritisiert, dass die Bedürfnisse und Rechte von geflüchteten Kindern noch lange nicht in vollem Umfang beachtet werden. Kinder würden als Kindersoldat*innen rekrutiert, als Billigstarbeitskräfte ausgebeutet oder Opfer von Zwangsehen und Prostitution. Sie laufen Gefahr, von ihren Familien getrennt zu werden, körperlich oder seelisch zu erkranken oder bei gefährlichen Fluchtversuchen zu sterben.

Anlässlich des 20. Weltflüchtlingstags hat Diakonie-Vorständin Andrea Betz dafür plädiert, die Rechte von geflüchteten Kindern und Jugendlichen endlich ernst zu nehmen. Denn Kinder und Jugendliche seien durch Krieg und Vertreibung besonders gefährdet: "Sie sind bedroht, können die Ursachen oft nicht verstehen und sind ihrem Schicksal hilflos ausgeliefert." Ende des Jahres 2019 waren laut dem UNHCR weltweit fast 80 Millionen Menschen auf der Flucht, etwa 40 Prozent davon sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

Kinder würden als Kindersoldat*innen rekrutiert, als Billigstarbeitskräfte ausgebeutet oder Opfer von Zwangsehen und Prostitution, so Betz. Sie laufen Gefahr, von ihren Familien getrennt zu werden, körperlich oder seelisch zu erkranken oder bei gefährlichen Fluchtversuchen zu sterben – und das, obwohl laut Artikel 32 der UN-Kinderrechtskonvention Staaten alles daransetzen müssen, Kinder vor wirtschaftlicher Ausbeutung und Gewalt zu schützen. Dies gelte auch in Fluchtsituationen.

Andrea Betz: "Die Bedürfnisse und Rechte von geflüchteten Kindern werden noch lange nicht in vollem Umfang beachtet." Dazu gehören laut Kinderrechtskonvention unter anderem das Recht gesund zu leben und Geborgenheit zu finden und keine Not zu leiden.

Mit Sorge blickt Andrea Betz auf die Situation in den Lagern an den europäischen Außengrenzen. Durch die Corona-Pandemie habe sich die Lage junger Geflüchteter noch einmal verschärft.

von: Christine Richter, 17.06.2021

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