Integration

Migrationsberatung hat Schlüsselrolle

Andrea Betz fordert mehr Klarheit bei der geplanten Förderung der Migrationsberatung. Foto: Tanja Kernweiss

Andrea Betz, sozialpolitische Vorständin der Diakonie München und Oberbayern, begrüßt die Einschätzung der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Reem Alabali-Radovan, dass Deutschland mehr für die Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland tun müsse.

In einem Interview mit dem Tagesspiegel hat die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Reem Alabali-Radovan betont, dass Deutschland mehr für die Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland tun müsse. Das Ziel müsse sein, dass Menschen, die bereits hier sind, auch gerne hierbleiben wollen. "Da gehört vielmehr dazu als der Arbeitsvertrag, es braucht auch Sprachkurse, Wohnen, Schule und eine Möglichkeit zur gesellschaftlichen Teilhabe", so Alabali-Radovan im Tagesspiegel.

Zugewanderte Menschen beim Ankommen unterstützen

Andrea Betz, sozialpolitische Vorständin der Diakonie München und Oberbayern, begrüßt diese Einschätzung der Integrationsbeauftragten. "Als Einwanderungsland haben wir generell die Aufgabe, zugewanderte Menschen beim Ankommen und bei ihrer Integration zu unterstützen", erklärt Betz.

Die Diakonie-Vorständin sieht vor allem beim Thema Rechtssicherheit Optimierungsbedarf: "Schnellere Verfahren, die das Bangen von Duldung zu Duldung ablösen, bieten nicht nur zugewanderten Menschen Perspektive, sondern auch den Unternehmen, die sie als Arbeitskräfte benötigen. Nach meiner Erfahrung sind die meisten Migrantinnen und Migranten mutige, oft junge Menschen, die etwas aus ihrem Leben machen wollen. Wir sollten sie fördern."

Inklusion ist ein fortwährender Prozess

Betz betont die Rolle der vom Bund finanzierten Migrationsberatung und des Jugendmigrationsdienstes für die Integration von zugewanderten Menschen. Die Mitarbeitenden würden einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie zum Beispiel Sprachkurse vermitteln, bei der Anerkennung von Berufs- und Bildungsabschlüssen oder bei Bewerbungen unterstützen. "Inklusion wird sich aber nicht einfach so einstellen", erklärt Betz. "Sie ist ein fortwährender Prozess, für den es gesetzliche Grundlagen und eine ausreichende finanzielle Förderung geben muss."

Diese Förderung hat die Bundesregierung aus SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP in ihrem Koalitionsvertrag versprochen. Darin steht, dass sie sie die Migrationsberatung des Bundes und Migrantenselbstorganisationen angemessen fördern wolle. Das Wort "angemessen", lasse noch viel Interpretationsspielraum, so Betz: "Hier brauchen wir dringend mehr Klarheit."

Diese Finanzierung sei jedoch bisher nicht gegeben: "Als Träger müssen wir die Fördermittel jährlich neu beantragen und durch erhebliche Eigenmittel aufstocken."

Über die Migrationsberatung

In drei Beratungszentren der Diakonie München und Oberbayern unterstützen Migrationsberater*innen Eingewanderte in den ersten drei Jahren nach ihrer Einreise. Dazu kommen Menschen, die bereits länger in München leben. Auch Geflüchtete mit Aufenthaltstitel sowie Resettlement- und Kontingentflüchtlinge finden hier Unterstützung. 2021 hat das Team 5912 Ratsuchende unterstützt. Zu den Haupt-Herkunftsländern zählten, Irak, Syrien, afrikanische Staaten und Afghanistan sowie Italien und Griechenland. Die Mitarbeiterinnen helfen bei vielen Lebensfragen, z.B. bei der Wohnungssuche und bei Fragen zu Ausbildung, Arbeit, Gesundheit, Finanzen. Auch in Notlagen sind sie für ihre Klient*innen da. Sie beraten auf Deutsch und nach Möglichkeit auch in der Muttersprache. Die Berater*innen sprechen Deutsch, Armenisch, Albanisch, Arabisch, Englisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Lettisch, Russisch, Spanisch, Ukrainisch und weitere slawische Sprachen. Neben der Migrationsberatung für Erwachsene gibt es den Jugendmigrationsdienst, der sich speziell an junge Zuwander*innen im Alter von zwölf bis 27 Jahre wendet. Das Team des Jugendmigrationsdienstes hat im Jahr 2021 640 Jugendliche und junge Erwachsene begleitet. Die Migrationsberatung für Erwachsene wird hauptsächlich über das Bundesministerium des Innern und für Heimat gefördert, der Jugendmigrationsdienst über das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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