Ulrike Stühmeyer-Pulfrich als Vorständin für Personal und Bildung gestartet

"Führungskraft zu sein, ist nicht einfach nur ein Schritt auf der Karriereleiter"

Ulrike Stühmeyer-Pulfrich: "Was wir tun, das tun wir für die Menschen und für ihre Zukunft." Foto: Rudolf Grillborzer

Ulrike Stühmeyer-Pulfrich verantwortet seit Januar den Bereich Personal und Bildung im Vorstand der Diakonie München und Oberbayern. Für sie – aber auch für das Sozialunternehmen – ist es eine neue Rolle.

"Nach meiner Kenntnis sind wir damit eine der ersten diakonischen Organisationen, die das Thema Personal so prominent im Vorstand platziert. Ich glaube, dass wir damit eine gute Vorreiterrolle einnehmen und auch eine gewisse Strahlwirkung in das soziale Unternehmertum entfalten können", sagt Stühmeyer-Pulfrich.

Fachkräftemangel und Fürsorge-Verantwortung von Unternehmen

Eines der wichtigsten Themen, das sie schnell angehen will, sei der Fachkräftemangel. "Der Personalbedarf steigt in vielen Bereichen – etwa wegen demografischer Entwicklungen. Unser wichtigstes Ziel ist es, unsere Klient*innen zu unterstützen. Und natürlich wird es auch aus wirtschaftlicher Perspektive schwierig, wenn wir zum Beispiel Plätze in der Jugendhilfe oder in der Pflege nicht belegen können, weil qualifiziertes Personal fehlt", so Stühmeyer-Pulfrich.

Gleichzeitig betont sie die Fürsorge-Verantwortung für die vorhandenen Mitarbeiter*innen: "Da hat sich die Verantwortung der Unternehmen in den letzten Jahren deutlich verändert: Wir müssen die Belastungen ernstnehmen, die Menschen durch ihre Arbeit erfahren. Wir müssen sie entlasten und in ihrer Resilienz stärken."

Schlüsselposition von Führungskräften

Hier hätten Führungskräfte eine Schlüsselposition: "Als Führungskraft muss ich Freude daran haben, mich auf die Individualität meiner Teammitglieder einzulassen, hinschauen, in den Kontakt gehen. Ich muss auch schwierige Themen ansprechen können. Wenn ich das alles nicht kann oder auch nicht will – dann bin ich in dieser Rolle auch nicht richtig. Führungskraft zu sein, ist nicht einfach nur ein Schritt auf der Karriereleiter."

Christliches Menschenbild in der Arbeit

Stühmeyer-Pulfrich bildet mit Vorstandssprecherin Andrea Betz und Finanzvorstand Hans Rock den Vorstand der Diakonie München und Oberbayern. Die Diplom-Psychologin und Diplom-Theologin wechselte aus der freien Wirtschaft zu dem evangelischen Sozialunternehmen. "Der große Unterschied zur freien Wirtschaft liegt für mich im christlichen, im evangelischen Menschenbild. Und das ist etwas, was mir sehr wichtig ist: Als Mensch habe ich einen Wert aus mir selbst heraus. Ich muss mich nicht ständig beweisen, um bestehen zu können. Das müssen wir uns auch bei der Arbeit bewusst machen."

Die 54-Jährige erklärt: "Manchmal hadere ich deshalb mit dem Begriff 'Human Resources'. Der Mensch ist nämlich nicht nur eine Ressource. Das gilt selbstverständlich gleichermaßen für die Klient*innen: Was wir tun, das tun wir für die Menschen und für ihre Zukunft."

Zur Person

Ulrike Stühmeyer-Pulfrich ist seit 2024 Vorständin für Personal und Bildung der Diakonie München und Oberbayern. Sie studierte evangelische Theologie und Psychologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Nach Stationen als Beraterin bei Lufthansa, Audi und Siemens, leitete sie von 2012 bis 2017 den Bereich Personal- und Organisationsentwicklung der Benteler Group in Salzburg. Von 2017 bis 2021 war sie dort Vice President Corporate HR, bevor sie zu Covestro nach Leverkusen wechselte.

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Über die Diakonie München und Oberbayern

Die Diakonie München und Oberbayern ist einer der größten sozialen Träger in der Region. In über 300 Einrichtungen arbeiten mehr als 5.000 Mitarbeitende, davon 600 Führungskräfte. Zusätzlich engagieren sich rund 2.500 Menschen ehrenamtlich. Die Einsatzfelder sind vielfältig: Die Diakonie engagiert sich in der Kinder- und Jugendhilfe, in Kindertageseinrichtungen, in der Arbeit für geflüchtete Menschen, in der Beratungstätigkeit, in der Sozialpsychiatrie, in der Wohnungslosenhilfe, für Menschen mit Behinderung, im Bereich Qualifizierung sowie in der Pflege und Offenen Altenarbeit.


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