Diakonie zum Equal Pay Day

Frauen zahlen im Alter einen hohen Preis

 Der Gender Pension Gap ist keine abstrakte Statistik, sondern prägt den Alltag vieler Rentnerinnen.
Der Gender Pension Gap trifft viele Frauen im Ruhestand. Symbolfoto: istockphoto.com / Eva-Katalin

Die Lohnlücke endet nicht mit dem Berufsleben. Der Gender Pension Gap ist keine abstrakte Statistik, sondern prägt den Alltag vieler Rentnerinnen. Im Alten- und Servicezentrum Haidhausen wird diese Entwicklung sichtbar.

Auf die Altersarmut von Frauen macht die Diakonie München und Oberbayern anlässlich des Equal Pay Days aufmerksam. Der Tag markiert bundesweit symbolisch, wie lange Frauen über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müssen, um auf das Vorjahreseinkommen von Männern zu kommen. In diesem Jahr ist das der 27. Februar.

Was abstrakt klingt, zeigt im Alter konkrete Folgen.
Vorstandssprecherin Andrea Betz: "In den Einrichtungen der Diakonie München und Oberbayern bemerken wir, dass mehr ältere Frauen aufgrund finanzieller Engpässe nach Unterstützung suchen. Frauen zahlen im Alter einen hohen Preis für ungleiche Gehälter und ungleiche Verteilung von unbezahlter Care-Arbeit. Um Altersarmut bei Frauen zu verhindern, muss die Lohnlücke in allen Branchen endlich geschlossen werden."

Frauen verfügen im Schnitt über deutlich geringere Alterseinkünfte als Männer. Laut dem Statistischen Bundesamt lag der Gender Pension Gap 2025 bei 24,2 Prozent – ohne Hinterbliebenenrenten bei 36,2 Prozent. 

Wie sich ein geringes Alterseinkommen im Alltag spiegelt, beschreibt Josef Billeriß, Leiter des Alten- und Servicezentrums (ASZ) Haidhausen. "Zu uns kommen Frauen, die ihr Leben lang gearbeitet haben. Statt mit ihren Freundinnen essen zu gehen, treffen sie sich lieber im Park mit ihren Freundinnen, weil sie sich Cafés und Restaurants nicht leisten können."

Für viele Rentnerinnen seien auch die Mieten in ihrem vertrauten Viertel schwer zu stemmen. Das ASZ helfe dann zum Beispiel beim Antrag auf eine der raren Sozialwohnungen. "Die zu bekommen ist jedoch oft ein Glücksfall", so Billeriß. Hinzu kommt: "Viele Frauen schämen sich für die Situation, zum Beispiel, wenn sie wegen ungeplanten Ausgaben um finanzielle Unterstützung bitten müssen, etwa weil eine kaputte Waschmaschine das knappe Haushaltsbudget sprengt."

Auffällig ist: Die Zahl der Frauen, die sich wegen finanzieller Engpässe an das ASZ wenden, ist nahezu dreimal so hoch wie die der Männer. "Das liegt zum Teil sicher an demografischen Gründen und daran, dass Frauen nach unserer Erfahrung eher aktiv Hilfe suchen", so Billeriß. "Aber: Der Gender Pay Gap und der damit verbundene Gender Pension Gap spielen mit Sicherheit auch eine gewichtige Rolle."


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