Fachtag "Pflegeorganisation gemeinsam gestalten"

Umsetzung der neuen Personalbemessung in der stationären Langzeitpflege

Ein Pflegekraft kämmt die Haare einer Seniorin.
Beim neuen PeBeM rückt die Frage in den Mittelpunkt, welche Qualifikationen für welche Aufgaben benötigt werden. Foto: Michaela Stache

Beim Fachtag "Pflegeorganisation gemeinsam gestalten" präsentiert die Hilfe im Alter gGmbH der Diakonie München und Oberbayern aktuelle Erkenntnisse zur Umsetzung des Personalbemessungsinstruments. Im Fokus stehen wissenschaftlich fundierte Ergebnisse aus einem dreijährigen Forschungsprojekt zur kompetenz- und beziehungsorientierten Organisation der stationären Langzeitpflege.

Die Hilfe im Alter gGmbH der Diakonie München und Oberbayern lädt am 28. Januar 2026 zum Fachtag "Pflegeorganisation gemeinsam gestalten" ein. Im Mittelpunkt stehen die Ergebnisse eines dreijährigen Forschungsprojekts zur Umsetzung des neuen Personalbemessungsinstruments nach § 113c SGB XI.

Gemeinsam mit der Hochschule München hat die Hilfe im Alter gGmbH seit Dezember 2022 in zwei Piloteinrichtungen das neue Verfahren erprobt und wissenschaftlich begleitet.

Das seit dem 1. Juli 2023 geltende neue Personalbemessungsverfahren nach Bundesrecht, kurz PeBeM, legt die Personalschlüssel in der stationären Langzeitpflege fest. Zentral ist hierbei die Frage, wie ein kompetenzorientierter Personaleinsatz vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Qualifikationsniveaus gelingen kann. Damit stehen Pflegeeinrichtungen vor einen grundlegenden Umbau ihrer Organisation. Statt einer festen Fachkraftquote rückt die Frage in den Mittelpunkt, welche Qualifikationen für welche Aufgaben benötigt werden.

Das Projekt wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention gefördert.

Projekt zeigt wissenschaftlich fundiert: Beziehungsorientierte Pflege lässt sich erfolgreich mit PeBeM kombinieren

Im Fokus des Projekts stand die Entwicklung eines Pflegeorganisationssystems, das die Anforderungen des PeBeM mit beziehungsorientierter Pflege verbindet. Die wissenschaftliche Begleitung durch die Hochschule München erfolgte multimethodal: durch Fokusgruppen, teilnehmende Beobachtungen sowie quantitative Befragungen.

"Unsere Evaluation zeigt, dass kompetenzorientierte Aufgabenverteilung nach dem PeBeM und beziehungsorientierte Pflege kein Widerspruch sein müssen", so Prof. Dr. Markus Witzmann von der Hochschule München. Er hat das Projekt mit seinem Forschungsteam begleitet und erklärt: "Der Schlüssel liegt in festen Beziehungspflegegruppen und der klaren Trennung von fachlicher und organisatorischer Verantwortung."

Weitere zentrale Erkenntnisse sind: Die Partizipation der Mitarbeitenden ist erfolgsentscheidend, stabile Rahmenbedingungen sind Voraussetzung, und die Implementierung benötigt intensive Begleitung sowie langfristiges Engagement.

Praxiserprobtes Implementierungskonzept für die Langzeitpflege

Die Piloteinrichtungen haben nicht nur Strukturen angepasst, sondern eine Kultur der Beziehungspflege etabliert. Das entwickelte Implementierungskonzept beschreibt detaillierte Aufgabenprofile für alle Qualifikationsstufen und sieht umfangreiche Fort- und Weiterbildungen vor. Dazu gehören unter anderem Schulungen von 120 Stunden für Pflegehilfskräfte und Trainings für Berufseinsteiger*innen mit einem strukturierten Mentoringprogramm.

Dirk Spohd, Geschäftsführer der Hilfe im Alter gGmbH, zieht folgendes Fazit: "PeBeM stellt Träger der stationären Langzeitpflege vor große Herausforderungen. Unser Projekt zeigt: Es bietet Chancen, Pflege neu zu denken."


Diakonie München und Oberbayern gGmbH

Landshuter Allee 40
80637 München

T (089) 12 69 91 122

presse@diakonie-muc-obb.de

Ansprechpartnerin

Christine Richter

Pressesprecherin

T (089) 12 69 91 122
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.