"Soziale Angebote sind kein nettes Extra"

Kommunalwahlen 2026

Andrea Betz
Andrea Betz betont: "Trotz knapper Kassen darf das soziale Netz keine Löcher bekommen". Foto: Diakonie München und Oberbayern

Vor der Kommunalwahl am 8. März 2026 mahnt die Diakonie München und Oberbayern, soziale Fragen nicht dem Spardruck zu opfern. Vorstandssprecherin Andrea Betz fordert von den Kandidat*innen politischer Parteien: "Geben Sie sozialen Fragen wieder mehr Aufmerksamkeit, mehr Bedeutung und ja, auch mehr Ressourcen."

Am 8. März 2026 wählt Bayern neue Bürgermeister*innen, Stadt-, Gemeinde-, Kreis- und Landrät*innen. Die Diakonie München und Oberbayern warnt im Wahlkampf davor, sozialpolitische Fragen unter den Tisch fallen zu lassen: "Sozialpolitische Themen sind entscheidend für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Soziale Angebote sind kein nettes Extra", betont Andrea Betz, Vorstandssprecherin der Diakonie München und Oberbayern. "Menschen, die Unterstützung benötigen, fragen sich: Wo finde ich Hilfe, wenn ich Schulden habe? Wer hilft mir, wenn ich mich einsam fühle? Dafür suchen sie Antworten vor Ort: in ihrer Stadt, in ihrer Gemeinde."

Derzeit setzt die angespannte Haushaltslage vieler Kommunen die soziale Infrastruktur unter Druck. "Trotz knapper Kassen darf das soziale Netz keine Löcher bekommen", warnt Betz.

Nullrunden einiger Kommunen führen angesichts der Inflation dazu, dass jedes Jahr soziale Angebote reduziert werden müssen. "Das birgt Risiken für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und letztlich auch für das Vertrauen in den Sozialstaat."

Betz: "Vor allem Menschen mit geringem Einkommen brauchen verlässliche Unterstützung und Anlaufstellen. Soziale Arbeit ist unverzichtbar für unser Gemeinwesen – heute und in Zukunft. Wir rufen die Kandidat*innen aller demokratischen Parteien auf: Geben Sie sozialen Fragen wieder mehr Aufmerksamkeit, mehr Bedeutung und ja, auch mehr Ressourcen."

Deshalb engagiert sich die Diakonie München und Oberbayern im Vorfeld der Kommunalwahl dafür, soziale Themen stärker in den Fokus zu rücken. Geplant sind Diskussionsformate, in denen die Diakonie mit den Spitzenkandidat*innen der drei größten Parteien im Münchner Stadtrat ins Gespräch kommt: Dominik Krause (Bündnis 90/Die Grünen), Clemens Baumgärtner (CSU) und Verena Dietl (SPD).

Zudem gibt es einen Dialog mit Mitarbeitenden, Ehrenamtlichen und Klient*innen im Landkreis Weilheim-Schongau, um Erwartungen an die Politik vor Ort zu sammeln und zu überbringen. 

Für die Diakonie München und Oberbayern sind drei Handlungsfelder für den sozialen Zusammenhalt besonders entscheidend:

1. Armut bekämpfen

Armut schließt Menschen von gesellschaftlicher Teilhabe aus, indem sie materielle Voraussetzungen wie Zugang zu Bildung, gesundem Leben und sozialem Austausch untergräbt. Dadurch sinkt auch das Vertrauen in politische Institutionen. Langfristig führt mangelnde Teilhabe zu sozialer Isolation. Die Diakonie unterhält in München und Oberbayern wichtige Anlaufstellen für Menschen in sozialen Schwierigkeiten: Die Schuldnerberatungen zeigen Wege aus der Verschuldung auf, die Kleiderkammern bieten wertige Kleidungsstücke für bedürftige Menschen, und in der Bahnhofsmission finden jene Menschen Unterstützung, die keine andere Anlaufstelle mehr haben. Diese Angebote müssen dauerhaft erhalten bleiben, um Menschen wirksam zu unterstützen.

2. Einsamkeit verhindern

Jede 10. Person in Deutschland fühlt sich einsam. Gerade jüngere und ältere Menschen sind betroffen. Chronische Einsamkeit macht nicht nur unglücklich, sondern ist mit einer Vielzahl an körperlichen und seelischen Erkrankungen verbunden.

Deswegen braucht es ein dichtes Netz an sozialen Angeboten, damit Menschen nicht unter langfristigen Folgen von Einsamkeit leiden.

3. Chancengerechtigkeit für Kinder und Jugendliche sichern

Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Bildung und Entwicklung. Dafür braucht es wortwörtlich Raum. Das gilt besonders für Familien, die in Unterkünften für wohnungslose oder geflüchtete Menschen auf engem Raum leben. Für eine erfolgreiche Schullaufbahn benötigen diese Kinder und Jugendlichen Lernorte und pädagogische Betreuung. Die Diakonie München und Oberbayern fordert: Jedes Kind muss gerechte Chancen zum Aufwachsen haben, unabhängig vom Geldbeutel und von Lebensumständen.

Über die Diakonie München und Oberbayern

Die Diakonie München und Oberbayern ist einer der größten sozialen Träger in der Region. In über 300 Einrichtungen arbeiten mehr als 5.500 Mitarbeitende. Zusätzlich engagieren sich rund 2.500 Menschen ehrenamtlich. Die Einsatzfelder sind vielfältig: Die Diakonie engagiert sich in der Kinder- und Jugendhilfe, in Kindertageseinrichtungen, in der Arbeit für geflüchtete Menschen, in der Beratungstätigkeit, in der Sozialpsychiatrie, in der Wohnungslosenhilfe, für Menschen mit Behinderung, im Bereich Qualifizierung sowie in der Pflege und Offenen Altenarbeit.


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