Aus dem Café Verweilheim wird eine Kontakt- und Begegnungsstätte

Wechsel im Herzog-Christoph-Haus

Garten des Cafés
"Wir freuen uns über die barrierefreien Räume und den schönen Garten", sagt Martin Gerl-Meyer, Leiter der Kontakt- und Begegnungsstätte.

Das Café VerWeilheim wird zum 30. Juni 2026 schließen. Zugleich erhalten die Räume im Weilheimer Herzog-Christoph-Haus ein neues Leben: als Kontakt- und Begegnungsstätte der Diakonie München und Oberbayern.

"Wir freuen uns, dass der Ort auch in Zukunft Begegnung und Unterstützung bieten wird", erklärt Hans Rock, Vorstand der Diakonie München und Oberbayern.

Das Café VerWeilheim wurde 2010 vom Inklusionsbetrieb i+s Pfaffenwinkel als Zuverdienstprojekt eröffnet und bietet Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht auf dem regulären Arbeitsmarkt tätig sein können, ein Beschäftigungsangebot.

"Wir sind dankbar, dass wir das Café seit mehr als einem Jahrzehnt betreiben durften und es auch während der Pandemie erhalten konnten. Die Begegnungen mit unseren Gästen haben das Café zu einem besonderen Ort gemacht", betont Felix Rexer, Geschäftsführer von i+s Pfaffenwinkel. Der Inklusionsbetrieb ist Teil der Diakonie München und Oberbayern.

Trotz der wertgeschätzten Atmosphäre steht das Café vor strukturellen Herausforderungen. "Unsere Mitarbeitenden stehen für uns im Mittelpunkt. Doch ein Zuverdienstprojekt lebt davon, dass Menschen mit entsprechendem Unterstützungsbedarf dort mitwirken möchten – und das Interesse ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen", erklärt Rexer. Gleichzeitig seien die Kosten für Personal, Waren und Energie gestiegen, während die finanziellen Fördermittel unverändert geblieben seien.

Perspektiven für Beschäftigte

Für die Beschäftigten werden nun individuelle Lösungen gefunden. "Wir prüfen alternative Einsatzmöglichkeiten in unseren vielfältigen Angeboten in der Arbeitswelt in Weilheim und im Diakoniedorf Herzogsägmühle", so Rexer.

Neue Nutzung als Kontakt- und Begegnungsstätte

Die Räume des Cafés übernimmt künftig die Kontakt- und Begegnungsstätte des Geschäftsbereichs Psychische Gesundheit. Die Einrichtung, bisher seit 2020 in der Greitherstraße aktiv, richtet sich an Menschen mit Suchtthemen. "Wir freuen uns über die barrierefreien Räume und den schönen Garten", erläutert Martin Gerl-Meyer, Leiter der Einrichtung.

"Unser Ziel ist es, Menschen aus sozialer Isolation zu holen und Tagesstruktur zu ermöglichen", so Gerl-Meyer weiter. Die Einrichtung sei ein konsumfreier Ort, eine abstinente Lebensweise sei jedoch keine Voraussetzung für deren Besuch.

Die Kontakt- und Begegnungsstätte bietet Platz für 20 Menschen und richtet sich nach den Bedürfnissen der Besucher*innen: mal ein Kaffee, mal ein ganzer Tag mit Mittagessen und Gesprächen. Vier Sozialpädagoginnen und eine Hauswirtschafterin begleiten die Gäste, von denen viele regelmäßig kommen. Täglich gibt es ein frisches Mittagessen zu einem günstigen Preis, ergänzt durch wechselnde Angebote wie Entspannungsgruppen, Kreativwerkstatt, Spielenachmittage oder Spaziergänge. Samstags stehen zum Beispiel Ausflüge oder Filmnachmittage auf dem Programm, und bei Bedarf vermitteln die Mitarbeitenden an die Psychosoziale Beratungsstelle – Suchtberatung.

Beratungsangebote im Herzog-Christoph-Haus

Mit der Kontakt- und Begegnungsstätte bleibt die Herzog-Christoph-Straße 1-3 ein sozialer Anlaufpunkt. Zusammen mit bestehenden Angeboten der Diakonie, wie der Psychosozialen Beratungsstelle – Suchtberatung, dem Sozialpsychiatrischen Dienst und ambulanten Wohnangeboten, bildet sie einen zentralen Ort für Begegnung und Beratung.


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