"Die soziale Spaltung ist so groß wie nie zuvor"

Stephan Pilsinger (CSU) beim politischen Sommergespräch

Stephan Pilsinger sprach mit Verteter*innen der Diakonie München und Oberbayern über die sozialen Folgen der Corona-Pandemie.

Stephan Pilsinger (CSU), Bundestagsabgeordneter im Wahlkreis München-West/Mitte, war zu Gast beim Politischen Sommergespräch der Diakonie München und Oberbayern. Diakonie-Vorständin Andrea Betz wies dabei auf zwei gegenläufige gesellschaftliche Entwicklungen hin: "Auf der einen Seite nimmt der Bedarf an sozialen Unterstützungsleistungen weiter zu. Auf der anderen Seite werden die Budgets der öffentlichen Haushalte stetig knapper."

Im Gespräch wurde schnell klar: Die Pandemie hat nicht nur monetäre Verluste zur Folge. Neben Neuverschuldungen zeichnen sich eklatante Bildungsdefizite bei Kindern sowie eine erhöhte Zahl von Sucht- und psychischen Erkrankungen ab. Pilsinger wörtlich: Allein in München ist die "soziale Spaltung so groß wie nie zuvor." Sein Plädoyer: Den Kommunen sollen Unterstützungsleistungen vom Bund "nicht pauschal zur Verfügung gestellt werden", sondern der Bund soll zweckgebunden im sozialen Bereich fördern. "Nur so kommen die Mittel da an, wo sie hingehören."

Diakonie-Vorstand Thorsten Nolting mahnte: "Im Bereich der sozialen Arbeit werden auf Bundesebene viele Modelle und Projekte zwar als Antwort auf soziale Fragen initiiert, eine dauerhafte Finanzierung und ein Aufbau zukunftsweisender Strukturen sind dadurch aber gerade nicht bewirkt und die Kommunen und Träger müssen sehen, wie sie zurechtkommen."

Pilsinger plädierte für langfristige Lösungen: Mehr Investitionen in sozialen Wohnungs- sowie Genossenschaftsbau, klare Gesetze zur Mietpreisdämmung und mehrstöckiges Bauen seien nur einige Ansätze, um auch Geringverdienern einen dauerhaften Aufenthalt und Lebensabend in ihrer Heimatstadt zu ermöglichen. Denn "soziale Verwurzelung und Heimatgefühl sind wichtig für unsere Gesellschaft", so der Mediziner weiter.

Wichtig sei aber gleichermaßen die Wertschätzung für diejenigen, die maßgeblich zur Stabilisierung und Aufrechterhaltung der Gesellschaft beitragen. Besonders für Beschäftigte im Gesundheitsbereich und in der Pflege sind daher eine faire Bezahlung sowie Perspektiven für den beruflichen Aufstieg unerlässlich.

Bei Anwerbungen aus dem Ausland stünden vor allem einheitliche Regelungen für die Anerkennung der Zeugnisse sowie die Unterstützung und Hilfe bei Wohnraumsuche und Integration im Vordergrund – da waren sich der Politiker und der Pflegeexperte Dirk Spohd, Geschäftsführer der Hilfe im Alter, einig.

von: Petra Umlauf

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